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23. Oktober 2026

Die Woche nach den Ferien: warum alles gleichzeitig anläuft

Am Mittwoch nach den Ferien bist du müder als in den ganzen zwei Wochen davor. Das liegt nicht an der Menge. Es liegt daran, dass jede Routine einen Anlauf braucht – und nach den Ferien laufen alle am selben Montag an.

Mom packs a lunch box with snacks lunch in a school backpack in the kitchen.

Das ist keine medizinische Beratung, sondern mein eigener Umgang mit Energie im Alltag. Wenn dich Erschöpfung länger begleitet, lass das bitte ärztlich abklären.

Erster Montag nach den Ferien. Der Wecker, den man zwei Wochen nicht gehört hat. Die Brotdosen, von denen eine verschwunden ist. Der Turnbeutel, der noch im Kofferraum liegt. Ein Elternbrief, der eigentlich schon letzte Woche hätte unterschrieben sein müssen. Im Büro eine Inbox, die so tut, als wäre nichts gewesen.

Dienstag fängt das Training wieder an. Mittwoch der erste Abendtermin.

Und am Mittwochabend bin ich erschöpfter als an irgendeinem Tag der Ferien.

Es ist nicht mehr als sonst

Das ist das Seltsame daran. Objektiv passiert in dieser Woche nichts, was nicht in jeder anderen Schulwoche auch passiert. Dieselben Brotdosen, dasselbe Training, dieselbe Inbox. Im November schaffe ich das alles, ohne es zu bemerken.

Der Unterschied ist nicht die Menge. Der Unterschied ist, dass im November alles schon läuft.

Anlaufen kostet mehr als Laufen

Jede Routine hat zwei Arten von Kosten. Die laufenden – die zehn Minuten Brotdosen jeden Morgen, die man irgendwann nicht mehr spürt. Und die Anlaufkosten: das erste Mal nach der Pause, wenn nichts an seinem Platz ist, wenn man sich erinnern muss, wie es eigentlich ging, wenn alles ein bisschen länger dauert und ein bisschen mehr Aufmerksamkeit braucht.

Unter dem Jahr verteilen sich diese Anlaufkosten. Mal startet der Sportverein neu, mal ein Projekt, mal eine neue Schulwoche nach einem Feiertag. Man merkt sie kaum, weil nie viele gleichzeitig fällig werden.

Nach den Ferien werden sie alle am selben Tag fällig. Schule, Arbeit, Training, Essensplanung, Termine – jede Routine startet neu, und jede will ihren Anlauf. Das ist der eigentliche Grund für den Mittwochabend. Nicht zu viel zu tun, sondern zu viel gleichzeitig anzufangen.

In den Ferien ist der Stundenplan weggefallen, der den Alltag sonst sortiert. Nach den Ferien kommt er zurück – nur eben nicht schrittweise, sondern auf einen Schlag.

Staffeln statt gleichzeitig

Die Anlaufkosten lassen sich nicht vermeiden. Aber sie lassen sich verteilen, und zwar in zwei Richtungen.

Vorziehen. Alles, was vor dem Montag anlaufen kann, läuft vor dem Montag an. Am letzten Ferienwochenende den Turnbeutel suchen, die Brotdosen zählen, die ersten drei Abendessen festlegen, den Elternbrief unterschreiben. Das sind Kleinigkeiten, aber es sind genau die, die am Montagmorgen um sieben zur Kettenreaktion werden. Am Sonntag kosten sie zwanzig Minuten. Am Montag kosten sie den Morgen.

Verschieben. Alles, was nicht in der ersten Woche anlaufen muss, läuft in der zweiten an. Das neue Projekt im Büro. Der Zahnarzttermin, den man eigentlich gleich machen wollte. Die Verabredung, die man in den Ferien schon dreimal verschoben hat. Die erste Woche darf so leer sein, wie sie es eben sein kann.

Energie ist Strategie – und nach den Ferien besteht die Strategie vor allem darin, nicht alles auf denselben Tag fallen zu lassen.

Was sich nicht staffeln lässt

Schule und Arbeit beginnen, wann sie beginnen. Daran ist nichts zu verteilen, und das ist auch nicht der Punkt.

Der Punkt ist alles drumherum. Das Training, die Termine, die Projekte, die privaten Verabredungen, die Haushaltsroutinen – das meiste davon lässt sich um ein paar Tage vorziehen oder nach hinten schieben, ohne dass irgendjemand es merkt. Nur du merkst es, am Mittwochabend.

Dein Schritt für das letzte Ferienwochenende: Nimm dir eine halbe Stunde und lass drei Routinen schon anlaufen, bevor der Montag kommt. Und streich eine Sache aus der ersten Woche, die auch in der zweiten noch gut aufgehoben ist.

Bald in dieser Serie: Es geht weiter mit den Tagen, an denen sich der Kopf langsamer anfühlt – und mit dem, was die Forschung darüber weiß.

Mehr davon im BlogWoman Brief.

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