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4. Oktober 2026

Die Frühzeichen: woran du erkennst, dass die Umstellung begonnen hat

Bis du die schweren Morgen bemerkst, läuft die Umstellung längst. Sie kündigt sich vorher an – mit einem kleinen, unauffälligen Zeichen, das bei jeder ein anderes ist. Wer seines kennt, plant die nächsten Wochen anders.

Moody blue hour atmosphere in the forest during a rainy autumnal day at Lake Cei, in the Northern Italy

Das ist keine medizinische Einschätzung und keine Diagnose, sondern eine Beobachtung aus dem Alltag. Wenn dich etwas beunruhigt oder länger bleibt, sprich bitte mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Bei mir fängt es meistens mit dem Radio an.

Irgendwann im Oktober mache ich es im Auto aus. Nicht bewusst – ich merke es erst, wenn ich eine Woche später einsteige und es still ist. Dasselbe Programm, dieselbe Strecke, und auf einmal ist es zu viel.

Das ist bei mir keine Laune. Es ist das Frühzeichen.

Wofür das Radio ein Zeichen ist

Es heißt: Mein Körper hat umgestellt. Die helle Hälfte des Jahres ist vorbei, und von hier an habe ich über die nächsten Wochen und Monate weniger zur Verfügung als im Sommer. Weniger Puste am Abend. Weniger Geduld in der dritten Besprechung. Weniger Lust, nach einem langen Tag noch jemanden zu sehen.

Was es ausdrücklich nicht heißt: dass gerade zu viel los ist. Es ist kein Alarm und keine Überlastungsmeldung. In der Woche, in der ich das Radio ausmache, ist oft gar nichts Besonderes – das ist ja das Seltsame daran. Es ist eine Umstellung, die ohnehin stattfindet, jedes Jahr, ob der Oktober voll ist oder leer.

Das Problem ist der Zeitpunkt, an dem du es merkst

Die meisten von uns bemerken die Umstellung an den schweren Morgen. Das ist nachvollziehbar – sie sind das deutlichste Zeichen. Sie sind aber auch das späteste.

Bis dahin ist die Umstellung weitgehend durch. Und bis dahin hast du dein nächstes Vierteljahr längst geplant: den vollen November, die Reise in der letzten Oktoberwoche, das Wochenende mit Besuch. Alles verabredet in einer Verfassung, die du zu dem Zeitpunkt nicht mehr hast.

Das ist der eigentliche Reibungspunkt dieser Jahreszeit. Nicht die geringere Kapazität. Sondern dass wir unsere Termine mit der Kapazität von vor sechs Wochen machen.

Die Reihenfolge ist individuell – und sie wiederholt sich

Hier kommt der nützliche Teil. Die Zeichen kommen nicht alle gleichzeitig. Sie kommen nacheinander, über Wochen, und die Reihenfolge ist bei jeder eine andere.

Bei mir ist der Lärm der Anfang, dann kommt alles Weitere. Eine Freundin merkt es zuerst daran, dass sie aufhört, Besuch einzuladen. Eine andere vielleicht daran, dass sie abends nicht mehr liest, obwohl sie sonst immer liest.

Und die Reihenfolge wiederholt sich. Was bei dir zuerst kommt, kommt nächstes Jahr wieder zuerst. Das macht das erste Zeichen zu einer brauchbaren Vorwarnung – es ist das früheste, das du bekommst, und es kommt Wochen vor dem Rest.

Wie du deines findest

Nicht, indem du ab jetzt genauer in dich hineinhörst. Das führt meistens dazu, dass man alles für ein Zeichen hält.

Schau rückwärts. Geh den letzten Herbst durch und frag dich: Was war das Erste, das anders war? Nicht das Auffälligste, das Erste. Bei vielen ist es etwas, das sie damals den Umständen zugeschrieben haben – zu viel los, schlecht geschlafen, anstrengende Woche.

Und dann schau, ob dasselbe dieses Jahr schon passiert ist.

Wenn ja, weißt du, wo du stehst, und kannst den November entsprechend buchen – also etwas dünner, als du ihn sonst gebucht hättest. Wenn nein, weißt du wenigstens, worauf du schaust.

Mehr musst du damit nicht anfangen. Es reicht, das eigene erste Zeichen beim Namen zu kennen, statt es jedes Jahr aufs Neue für eine Laune zu halten.

Bald in dieser Serie: Was die Forschung über die Lebensmitte sagt – und warum so vieles, was man für sich behält, in Wahrheit ziemlich verbreitet ist.

Mehr solcher Gedanken findest du im BlogWoman Brief.

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