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9. Oktober 2026

Was die Forschung über die Lebensmitte sagt

Seit den Neunzigern begleitet eine Studie über dreitausend Frauen durch die Lebensmitte. Was sie herausgefunden hat, ist weniger spektakulär als beruhigend: Das meiste, was Frauen in dieser Phase für sich behalten, ist weder selten noch kurz.

Donna di mezza età guarda fuori dalla vetrata di casa sua verso il giardino, mentre la sua immagine si riflette nel vetro

Das ist keine medizinische Beratung und keine Diagnose. Ich gebe hier Forschungsergebnisse wieder, damit du sie kennst – was sie für dich bedeuten, kannst nur du gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt beurteilen.

Es gibt Sätze, die Frauen in meinem Alter nur halblaut sagen. Meistens beiläufig, meistens mit einem kleinen Lachen hinterher, damit es nicht zu schwer wird.

Ich schlafe seit einem Jahr anders. Ich stehe nachts auf und bin klatschnass. Mir fällt manchmal ein Wort nicht ein, das ich seit dreißig Jahren benutze.

Und fast immer kommt derselbe Zusatz: Ist wahrscheinlich nur Stress.

Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Deshalb fange ich heute etwas Neues an – eine kleine Reihe, in der ich mir ansehe, was die Forschung zu solchen Sätzen zu sagen hat.

Eine Studie, die lange genug läuft

Die meisten Untersuchungen zur Lebensmitte fragen Frauen einmal, wie es ihnen geht. Das ist ungefähr so aussagekräftig wie ein Foto von einem Fluss.

Die Study of Women's Health Across the Nation, kurz SWAN, macht es anders. Sie begann 1994, nahm in den Jahren darauf 3.302 Frauen an sieben Orten in den USA auf und begleitet sie seitdem. Nicht ein Gespräch, sondern Jahrzehnte. Dabei waren von Anfang an Frauen aus fünf verschiedenen Bevölkerungsgruppen, was selten ist und wichtig, weil sich die Verläufe unterscheiden.

Das Ergebnis ist kein einzelner spektakulärer Befund. Es ist etwas Nützlicheres: eine Vorstellung davon, was normal ist.

Es dauert länger, als dir jemand gesagt hat

Der Befund, der mich am meisten überrascht hat, betrifft die Dauer.

Die Forscherinnen haben ausgewertet, wie lange Frauen mit häufigen Hitzewallungen oder nächtlichem Schwitzen diese tatsächlich haben. Bei den 1.449 Frauen, auf die das zutraf, lag der Mittelwert bei 7,4 Jahren.

Sieben Jahre. Nicht sieben Monate.

Und es gab einen deutlichen Unterschied: Bei Frauen, deren Beschwerden früh einsetzten, hielten sie insgesamt länger an als bei Frauen, bei denen sie erst spät begannen.

Ich schreibe das nicht, um jemandem Angst zu machen. Ich schreibe es, weil die meisten von uns eine andere Zahl im Kopf haben – irgendetwas zwischen „ein paar Monate" und „ein Jahr". Wer das glaubt und dann im dritten Jahr immer noch nachts wach liegt, denkt nicht: Das ist der normale Verlauf. Sie denkt: Bei mir stimmt etwas nicht.

Das ist der eigentliche Schaden der falschen Zahl.

Der Schlaf: schlechter, aber nicht für immer

Zum Schlaf hat SWAN zwei Dinge gefunden, und die gehören zusammen.

Erstens: In der Übergangsphase wird er bei vielen Frauen schlechter. Einschlafen dauert länger, das frühe Aufwachen kommt dazu. Wer dabei häufig Hitzewallungen oder nächtliches Schwitzen hat, ist eher von anhaltenden Schlafproblemen betroffen.

Zweitens, und das wird fast nie mitgesagt: Danach stabilisiert es sich bei den meisten wieder oder wird besser. Ein kleinerer Teil der Frauen behält das Muster, aber für die Mehrheit ist der schlechte Schlaf dieser Jahre eine Phase und kein neuer Dauerzustand.

Der Kopf: vorübergehend

Das Wort, das nicht kommt. Der Name, der weg ist. Der Satz, den man zweimal lesen muss.

SWAN beschreibt solche Einbrüche während des Übergangs als vorübergehend – sie bilden sich den Daten nach wieder zurück, und dauerhafte Veränderungen zeigen sich erst deutlich später im Leben. Was sich anfühlt wie der Anfang vom Abstieg, ist den Zahlen nach meistens keiner.

Was das kann und was nicht

Diese Befunde sagen dir nicht, was du hast. Dafür sind sie nicht gemacht, und ich bin nicht die Richtige dafür. Wenn dich etwas beschäftigt, gehört es zu deiner Ärztin.

Was sie können, ist etwas anderes, und ich halte es für unterschätzt: Sie verschieben die Frage. Von „Was stimmt mit mir nicht?" zu „Wo stehe ich gerade?"

Diese zwei Fragen fühlen sich völlig unterschiedlich an. Die erste macht einsam und führt dazu, dass man es für sich behält. Die zweite ist eine Ortsbestimmung – und über eine Ortsbestimmung lässt sich reden, mit dem Partner, mit einer Freundin, in der Praxis.

Mehr will diese kleine Reihe nicht. Sie macht die halblauten Sätze ein bisschen lauter, indem sie zeigt, wie viele andere sie auch sagen.

Quelle: Study of Women's Health Across the Nation (SWAN), swanstudy.org. Die Angaben zur Dauer stammen aus der Auswertung von Avis und Kolleginnen, veröffentlicht 2015 in JAMA Internal Medicine.

Bald in dieser Serie: Es geht weiter mit dem Atem – und damit, dass er flacher wird, lange bevor du merkst, dass du angespannt bist.

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