3. Juli 2026
Der Kleiderschrank, der mich BlogWoman gründen ließ
Wie 15 Minuten Anprobieren, Umziehen, Zurückhängen zu einem System wurden – und warum das mehr über mich sagt als jeder Lebenslauf

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Es gibt Momente, die klein aussehen und trotzdem alles verändern. Meiner fand vor einem offenen Kleiderschrank statt. Um 8:14 Uhr an einem ganz normalen Dienstag.
45 Minuten bis zum Board-Meeting. Ein Kind mit 39 Grad Fieber im Bett nebenan. Der Kalender hatte schon drei Mal vibriert – wahrscheinlich, weil er wusste, dass ich ihn ignorieren würde. Und vor mir: ein Kleiderschrank, so voll, dass sich die Bügel aneinander drängten, und trotzdem das Gefühl, nichts darin zu besitzen, das zu diesem Tag passte.
Ich will ehrlich sein, weil Ehrlichkeit für mich mehr zählt als ein glattes Bild: Ich stand da und wäre am liebsten in Tränen ausgebrochen. Nicht wegen des Kleiderschranks. Nicht wegen des Meetings. Sondern weil mir in diesem Moment aufging, dass hier etwas grundsätzlich schieflief – und dass ich es war.
Fünfzehn Minuten, die mir die Augen geöffnet haben
Was folgte, war ein Ritual, das ich zu gut kannte. Kleid an, im Spiegel gemustert, wieder aus. Blazer-Kombi Nummer zwei – zu leger für den Vorstand. Kombi drei – die Bluse hatte einen Fleck, den ich erst jetzt entdeckte. Fünfzehn Minuten später, das Fieberthermometer noch in der Hand, stand ich in etwas, das einfach nur „funktionieren würde". Nicht in etwas, das ich mit Klarheit gewählt hatte.
Im Auto, auf dem Weg ins Büro, kam dann der Gedanke, der alles ins Rollen brachte: Das war kein Ausrutscher. Das war mein Alltag.
Und das ausgerechnet bei mir. Ich löse beruflich seit über 15 Jahren genau solche Probleme – nur eben größer. Ich kann eine komplexe Transformation in saubere Meilensteine zerlegen und ein Projekt mit hundert Abhängigkeiten in Minuten sortieren, bevor der Kaffee kalt wird. Prozesse entwirren, an denen ganze Abteilungen scheitern, ist mein Handwerk. Aber vor meinem eigenen Kleiderschrank stand ich da wie jemand, der noch nie in seinem Leben eine Entscheidung getroffen hat.
Genau dieser Widerspruch war der Moment, in dem es klick machte: Das Problem war nicht mein Kleiderschrank. Das Problem war, dass ich auf mein eigenes Leben nie die Logik angewendet hatte, die ich beruflich jeden Tag benutze.
Warum Motivation mich im Stich gelassen hat – und ein System nicht
Ich hatte vorher alles ausprobiert, was man so ausprobiert. Motivationsvideos beim Zähneputzen. Vorsätze, die spätestens am Donnerstag wieder einschliefen. Pinterest-Boards mit „Capsule Wardrobes", die so aussahen, als hätte die Besitzerin weder Kinder noch einen Kalender. Nichts davon hat gehalten – und das lag nicht an mangelnder Disziplin.
Es lag daran, dass Motivation ein Gefühl ist. Und Gefühle sind an Tagen mit Fieberthermometer und Board-Meeting schlicht nicht abrufbar. Was an solchen Tagen trägt, ist etwas ganz anderes: ein System. Eine Entscheidung, die vorher getroffen wurde und die im Moment der Erschöpfung nicht neu gedacht werden muss.
Also habe ich getan, was ich beruflich immer tue, wenn etwas nicht funktioniert: Ich habe es systematisch angepackt. Kapselgarderobe nach Kontext. Cost-per-Wear statt Bauchgefühl beim Kauf. Eine feste Morgenroutine, die in einer festen Zeit „boardroom-ready" liefert – egal, was die Nacht davor gebracht hat. Innerhalb weniger Wochen war das Chaos vor dem Schrank verschwunden. Nicht, weil ich mehr Willenskraft aufgebracht hätte. Sondern weil ich keine mehr brauchte.
Der Punkt, an dem aus einem privaten System eine Idee wurde
Ich habe angefangen, mit Kolleginnen und Freundinnen darüber zu sprechen – eher beiläufig, beim Mittagessen, zwischen zwei Terminen. Und die Reaktion war fast immer dieselbe: „Moment, kannst du mir das genauer erklären?" Und kurz darauf: „Warum sagt das eigentlich niemand so?"
Sie hatten recht. Es gibt viele Stimmen, die berufstätigen Frauen sagen, sie sollen an sich glauben, positiver denken, ihr bestes Leben in Angriff nehmen. Es gibt kaum jemanden, der ihnen stattdessen einen klaren Ablaufplan in die Hand gibt und sagt: Hier ist das System, hier ist die Rechnung dahinter, und ja – das funktioniert auch an einem schlechten Tag.
Genau diese Lücke wollte ich füllen. Nicht mit Inspiration. Mit Infrastruktur.
So ist BlogWoman entstanden: ein Ort für Frauen, die Karriere, Familie und Stil ernst nehmen – und die eine kluge Freundin aus dem Büro wollen, keine Influencerin auf einem Podest. Jemanden, der warm bleibt, Klartext spricht und Systeme mitbringt, die auch dann halten, wenn der Tag längst aus dem Ruder gelaufen ist.
Wofür BlogWoman seitdem steht
System schlägt Motivation. Willenskraft ist endlich, ein gutes System nicht. Ich baue seitdem gezielt für die Tage, an denen ich selbst nicht „in Form" bin – weil genau dann ein System seinen Wert beweist.
Investment statt Konsum. Ob Blazer oder Spa-Tag: Ich rechne den ROI. Jede Ausgabe, ob Zeit oder Geld, stellt sich derselben Frage – was bringt das wirklich, und wie lange? Cost-per-Wear statt Bauchgefühl.
Energie ist Strategie. Regeneration ist für mich keine Belohnung am Ende eines guten Tages. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass überhaupt ein guter Tag entstehen kann.
Weniger, aber besser. Weniger Teile im Schrank, dafür die richtigen. Weniger Termine, dafür die wichtigen. Weniger Content, dafür der, der wirklich weiterhilft. Reduktion ist bei mir kein Verzicht – sie ist der Weg zu Klarheit.
Ehrlichkeit über Perfektion. Ich zeige, was funktioniert – und was nicht. Kein Hochglanz, keine Inszenierung eines Lebens, das es so nicht gibt. Wenn ein System bei mir nicht trägt, sage ich das genauso offen.
Was aus einem Kleiderschrank-Moment werden kann
Heute, wenn ich morgens vor meinem Kleiderschrank stehe, dauert die Entscheidung im Schnitt unter drei Minuten – auch an Tagen mit Fieberthermometer. Nicht, weil das Leben leichter geworden ist. Sondern weil ich aufgehört habe, jeden Morgen neu zu entscheiden, was längst entschieden sein könnte.
Das ist es, was ich mit BlogWoman weitergeben will: ein System nach dem anderen. Jede Woche eine Regel, eine Rechnung, ein Reset, der tatsächlich hält. Für Frauen, die – genau wie ich damals – dachten, das Problem sei ihr Kleiderschrank. Und die dann merken: Das Problem war nur, dass niemand ihnen vorher gezeigt hat, wie man es systematisch löst.
Wenn dir dieser Moment bekannt vorkommt – der volle Schrank, der sich leer anfühlt, der Kalender, der schon wieder vibriert – dann bist du hier genau richtig. Melde dich für den BlogWoman Brief an: jede Woche ein System direkt in dein Postfach, das dir genau diese Art von Morgen erspart.
Mehr über die Systeme dahinter findest du in den Serien Decision-Proof, Pleasure P&L, Regeneration on Rails und SPARK – oder auf meiner Über-mich-Seite.


